Am letzten Septemberwochenende trafen sich die Segler:innen der International Laser Class Association zur Regatta beim Segler-Verein Wörthsee. 34 ILKAs aus Deutschland und der Schweiz segelten die 32th BAVARIAN OPEN 2026.
Nur eine Wettfahrt war bei den 32. Bavarian Open möglich. Foto (c) Andreas Elser
Leider konnte am Samstag mangels Wind keine Wettfahrten gesegelt werden. Auch am Sonntag zeigte der See erst einmal sein Spiegelbild. Gegen 12 Uhr ging es dann bei leichtem Süd-West aufs Wasser. Der Wind schlief ein und erst eine 180 Grad Winddrehung auf Nord-Ost brachte endlich den ersehnten Wind. Es konnte eine Wettfahrt bei 1-2 Windstärken gesegelt werden, die um 14:46 beendet war. Da danach der letzte mögliche Zeitpunkt für das Ankündigungssignal zu einer weiteren Wettfahrt zeitlich nicht mehr zu schaffen war, blieb es bei dieser einen Wettfahrt.
Bei den ILKA 7 gewann Ferdinand Rouette vom Münchener Ruder- und Segelverein (MRSV), zweiter wurde Thoralf Wolfenstetter vom Segelclub Walchensee. Bester SVW-Segler war Saverio Trotta auf Platz 3. Bei den ILKA 6 gewann Marco Casalini, ebenfalls vom MRSV. Kerstin Markes vom SVW kam auf Platz 5.
Beim Starnberger O-Jollen-Cup des MRSV reicht dem Segler vom Wörthsee Platz zwei zum Titel. Gesamtsieger Frank Hänsgen dominiert mit fünf Siegen in fünf Rennen.
Fünf Starts, fünf Siege: Frank Hänsgen hat den Starnberger O-Jollen-Cup beim Münchener Ruder- und Segelverein klar beherrscht. Den Bayerischen Meistertitel holte Gerhard Zimmerly vom Segler-Verein Wörthsee auf Rang zwei der Gesamtwertung.
22 O-Jollen gingen Ende Juli am Starnberger See an den Start. Und das Feld war für eine Bayerische Meisterschaft erstaunlich weit gereist: Neben Segler aus Norddeutschland waren kamen insgesamt sechs Teilnehmer aus Österreich sowie ein Segler aus der Schweiz. Drei O-Jollen wurden von Frauen gesteuert. Gerade deren Teilnahme hatte der MRSV im Vorfeld ausdrücklich zum Thema gemacht. Nachdem Miriam Krammer und Judith Sasse bereits gemeldet hatten, warb die O-Jollen-Flotte um weitere Seglerinnen; für die Frauen wurde ein eigener Damenpreis ausgeschrieben. Am Ende standen immerhin drei Seglerinnen an der Startlinie.
Sportlich bekamen die 22 Starter zwei Tage mit unterschiedlichsten Bedingungen. Am Samstag begann die erste Wettfahrt bei leichtem Südwind. Danach wartete das Feld auf den angekündigten Westwind – und der kam: kräftiger, böiger und mit einigen Drehern. Drei Wettfahrten gingen am ersten Tag in die Wertung. Hänsgen war bei allen Bedingungen vorne. Der Segler des Brandenburger Seglervereins Quenzsee gewann zunächst die erste Wettfahrt und setzte seine Serie auch bei Westwind fort. Hinter ihm hielten sich vor allem Markus Mosing, Gerhard Zimmerly und Wilfried Höfer im Vorderfeld.
Am Sonntag ging es früh zurück auf den See. Bereits um 9 Uhr liefen die O-Jollen aus, wieder bei Südwind, dazu stand ungewöhnlich viel Welle auf dem Starnberger See. Nach einer kurzen Verzögerung wegen einer von der Wasserwacht begleiteten Schwimmergruppe konnten noch zwei Wettfahrten gesegelt werden. – Und auch die gingen beide an Hänsgen. Damit war seine Serie komplett: fünf Rennen, fünf Siege. Hinter ihm blieb es deutlich enger. Wilfried Höfer und Stefan Dömök mischten am Sonntag vorne mit, im letzten Rennen kam Wolfgang Moser direkt hinter Hänsgen ins Ziel.
In der Gesamtwertung gewann Hänsgen vor Zimmerly und Höfer. Für Zimmerly bedeutete Rang zwei zugleich den Bayerischen Meistertitel. Dass sich hinter dem souveränen Gesamtsieger um jeden Platz kämpfen ließ, zeigte auch die Zahl der Frühstarts. Genau dort konnten Streicher entscheidend werden – und aus einer einzelnen misslungenen Wettfahrt musste noch lange kein verlorenes Wochenende werden.
Die Regatta fiel zudem in ein besonderes Jahr für die Klasse. 2026 feiert die O-Jolle ihr 90-jähriges Bestehen; die süddeutsche Flotte hatte für ihre Regatten eigens Erinnerungspreise zum Jubiläum angekündigt. Dass eine 90 Jahre alte Einhandklasse dabei keineswegs nur aus Tradition lebt, zeigte das Feld am Starnberger See ziemlich deutlich: Teilnehmer aus drei Ländern, drei Frauen an der Startlinie – und vorne ein Sieger, der sich über zwei Tage und wechselnde Bedingungen keinen einzigen Ausrutscher erlaubte.
Nach drei Wettfahrten am Samstag wurde an Land allerdings ebenfalls ernst gemacht: Freibier, Drei-Gänge-Menü und Weinverkostung gehörten zum Programm. Der österreichische Teilnehmer Thomas Himmer fasste das Wochenende später mit einem historischen Augenzwinkern zusammen: „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“